Heizwerk Gleinstätten

Konzept der Wärmeerzeugung

 

5,7 Trassenkilometer, 95 Kunden, 1.315 m2 Solarfläche und ein 2.500 kW Kessel ?  das sind allein die nackten Zahlen, welche das Projekt Heizwerk Gleinstätten beschreiben. Im Gewerbegebiet Pistorf errichtet heizt man mit diesem Heizwerk über Gemeindegrenzen hinweg ordentlich ein. Wohlige Wärme ? gewonnen aus dem Holz der Region ? damit verwöhnt die Nahwärme Gleinstätten GmbH die Berufsschüler, die Volksschüler, die Hauptschüler und die Kindergartenkinder sowie zahlreiche Betriebe und eine Vielzahl an Hausbesitzern.

Aus einer kleinen Idee gewachsen und mit viel Innovationsgeist umgesetzt, ist das modernst ausgestattete Biomasseheizwerk in Gleinstätten Plattform für den Erhalt der regionalen Wertschöpfung in der Region. Denn dieses Biomasseheizwerk ist eben nicht ?nur? ein Heizwerk, sondern beheimatet auch ein Logistikzentrum, welches Hackgut für alle bietet.

 

Winterbetrieb:

Für die Wärmeversorgung in den Wintermonaten sorgt der 2.500 kW Biomassekessel sowie die darauf folgende Rauchgaskondensation. Während die Arbeit eines Biomassekessels wohl nicht näher erläutert werden braucht, sollte man der Rauchgaskondensation doch etwas mehr Aufmerksamkeit schenken. Denn während bei herkömmlichen Biomasseanlagen die Wärme aus dem kondensierten Wasserdampf des Rauchgases ungenutzt in die Atmosphäre strömt, wird in diesem Heizwerk keine Wärme vergeudet. Im Gegenteil ? in Gleinstätten kommt die von der Rauchgaskondensation gewonnene Wärme sowohl für die Rücklaufanhebung als auch zum Trocknen von Hackgut zum Einsatz.

Darüber hinaus wäscht man durch die Rauchgaskondensation Feinstaubanteile ? bis zur Nachweisbarkeitsgrenze ? aus und entschwadet das Rauchgas, wodurch kein Wasserdampf sichtbar ist.

Sollte es im Heizwerk zu einem Ausfall kommen, beziehen die Heizwerk Gleinstätten Kunden die Wärme aus dem Pufferspeicher. Außerdem steht als Ersatzheizsystem ein mobiler Heizcontainer mit einer Kesselleistung von 2.200 kW jederzeit zur Verfügung. Im Falle eines Stromausfalles übernimmt prompt das Notstromaggregat die elektronische Versorgung des Heizwerkes.

 

Sommerbetrieb:

Im Sommer lacht den Heizwerk Gleinstätten Kunden die Sonne gleich doppelt. Denn die Grundlast an Wärmebedarf wird über die Sommermonate alleine von einer Solaranlage mit 1.315 m2 und einem Pufferspeicher von 90.000 Liter getragen. Die überschüssige Solarenergie kommt bei der Hackguttrocknung zum Einsatz.

Allein bei Schlechtwetter wird zusätzlich Wärme von der bestehenden Biomasseheizung der Tischlerei Schantl in Gleinstätten ? diese ist im Winter selbst Wärme-Kunde der Nahwärme Gleinstätten GmbH ? eingespeist. Diese Kombination gewährleistet zum einen die völlige Stilllegung des Biomassekessels über den Sommer und zum anderen die einfache Verwertung des Biomasseüberschusses des Tischlerbetriebes. 

 

Projektdaten:

  • Anschlussleistung 4.000 KW
  • Kesselleistung 2.500 KW
  • Pufferspeicher 90m³
  • Wärmerückgewinnung 300 kW
  • Solaranlage 1.315 m²
  • Kesselleistung Fa. Schantl 400kW
  • Inbetriebnahme: Dezember 2006

  

 

Fotos vom Heizwerk Gleinstätten